Ute Bock

1942 – 2018
Erzieherin, Flüchtlingshelferin und Menschenrechtsaktivistin

Illustration Ute Bock

Frauen in Leopoldstadt

„Was ich mir zum Geburtstag wünsch’? Dass ich unnötig werde!“ – Ute Bock

Ute Bock unterstützte Asylsuchende und Flüchtlinge mit dem Verein „Fraubock“ durch die Bereitstellung von Unterkünften, Kleidung, Unterricht und Vermittlung von rechtlicher und medizinischer Hilfe.

2007 ehrten die Grünen Leopoldstadt Ute Bock zur Frau des Jahres. Die Preisbegründung geht auf Ute Bocks großartiges Lebenswerk ein: 
Wir möchten Ute Bock, die sich unermüdlich und in bewundernswerter Weise für Menschen, die vor Verfolgung, Krieg und Elend flüchten mussten, einsetzte und einsetzt, mit dem Preis ihre Anerkennung aussprechen und danken. Wir freuen uns, mit Ute Bock eine Frau zu ehren, die vor den schwierigen Problemen unserer Zeit nicht die Augen verschließt, sondern im Gegenteil, ihr Herz öffnet, entschlossen handelt, wo es nötig ist und dabei scheinbar Unmögliches zuwege bringt. Statt nach einem arbeitsreichen Leben ihren wohlverdienten Ruhestand zu genießen, setzt sie sich für jene Menschen ein, die vor Verfolgung, Krieg und Hunger flüchten und denen die Politik ihre Hilfe versagt. Solange es Menschen wie Ute Bock gibt, gibt es auch Hoffnung.“

Über sechs Jahre war Ute Bock in der Leopoldstadt tätig. Die Karmelitergasse Nr. 2 war Anlaufpunkt von Schutzsuchenden, von denen Ute Bock liebevoll „Mama Bock“ genannt wurde. Die Karmelitergasse Nr. 2 war u.a. Meldeadresse, es fanden Deutsch-Kurse statt, es gab Essen, Getränke und Spielsachen, und wenn es Ute Bock nicht gelang, ein Quartier zu finden, dann wurde in der Karmelitergasse ein Matratzenlager eingerichtet.
Ute Bock war auch Teil des Personenkomitees, das die „Rassismusfreie Zone Leopoldstadt und anderswo“ gegründet und viele Veranstaltungen gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung, für Miteinander und Toleranz im öffentlichen Raum durchgeführt hatte. 

Kurz vor ihrer Rückkehr nach Favoriten feierten wir noch am Ludwig-Hirsch-Platz den 70er von Ute Bock und auch ihren Abschied aus der Leopoldstadt. Denn Ende Juni 2012 übersiedelte Ute Bock wieder in die Zohmanngasse. Das frühere Wohnheim, welches sie bis zur Pensionierung leitete, wurde frisch renoviert als langersehntes „Haus für Flüchtlinge“ eröffnet!

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