16 Tage gegen Gewalt an Frauen

Bild mit Frauen, die sich an den Händen halten

Betroffene Schützen statt Täter stützen!

Von 25.11. bis 10.12.2023 finden, wie jedes Jahr, die 16 Tage gegen Gewalt statt, eine internationale Kampagne gegen Gewalt an Frauen und Mädchen
Männergewalt gegen Frauen ist leider immer noch ein Thema, das so gut wie jede Frau und jedes Mädchen betrifft:

  • Jede 3. Frau ist in Österreich hat ab dem Alter von 15 Jahren körperliche und/oder sexualisierte Gewalt erlebt.
  • Jede 4. Frau ist von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz betroffen.
  • Fast jede 6. Frau war im Erwachsenenalter von Androhungen körperlicher Gewalt betroffen. (Quelle:Statistik Austria)
  • Österreich hat auch einen traurigen Rekord an Femiziden, der schwersten Form von Gewalt gegen Frauen: Jede zweite Woche wird in Österreich eine Frau von ihnen (ehemals) nahestehenden Männern getötet: Wir haben heuer 25 Frauenmorde zu betrauern. Weitere 29 Frauen überlebten einen Mordversuch(Quelle)

Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache, sondern eine Menschenrechtsverletzung und muss auf allen Ebenen konsequent bekämpft werden. Gewalt gegen Frauen geht uns alle an, denn sie ist vor allem ein Männlichkeitsproblem. Es muss endlich Schluss sein, mit der Verharmlosung dieser Gewalt, mit sexistischen Geschlechterstereotypen und mit patriarchalem Besitzdenken! 

Eines der größten Hindernisse im Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen stellt die sogenannte Opfer-Täter-Umkehr dar. Dabei handelt es sich um ein sehr weit verbreitetes Phänomen quer durch alle Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen, die eines vereint: Die Schuld an (sexualisierter) Gewalt wird auf das Opfer abgewälzt, der Täter wird entlastet und geschützt. Diese Machtstrategie entmutigt betroffene Frauen ihre Erlebnisse öffentlich zu machen und sich dagegen zu wehren und schützt Täter. Dagegen stehen wir auf und sagen ganz klar: Betroffene schützen statt Täter stützen!

Wir haben Karten produziert, die sich gegen Täter-Opfer Umkehr und Victim Blaming richten und darüber aufklären, dass es wichtig ist Betroffene von Gewalt zu unterstützen. Sie werden innerhalb der 16 Tage gegen Gewalt an Frauen in ganz Wien verteilt. 

Bild mit Schriftzug: Catcalling ist kein Kompliment

WAS IST CATCALLING, ZU DEUTSCH „KATZENRUFEN“ EIGENTLICH? Darunter fallen sexuell konnotierte Verhaltensweisen bzw. verschiedene Arten der sexuellen Belästigung ohne Körperkontakt.
Das sind EINDEUTIGES PFEIFEN, aber auch KUSSGERÄUSCHE
in deine Richtung oder gar Sprüche wie „Hi Mausi, geiler A****“. Catcalling findet im öffentlichen Raum z.B. auf der Strasse statt, aber auch virtuell. Und wie der Name schon sagt, werden Frauen als „Kätzchen“ betrachtet
und nicht als gleichwertiges Gegenüber.
Daher sagen wir ganz klar: Catcalling ist kein Kompliment
Catcalling ist kein Flirten

Bild mit Spruch: Täter-Opfer-Umkehr schadet Ihnen und Ihrer Gesundheit

Stell dir vor, du wirst Opfer eines Datendiebstahls und erhältst als erste Reaktion Aussagen wie: „Was hattest du denn zum Zeitpunkt an?“ oder „Bist du dir sicher? Eine solche Beschuldigung kann Karrieren zerstören.” oder „Es gilt die Unschuldsvermutung.“ oder gar „Du wolltest das doch.“ So ein Szenario ist kaum vorstellbar und dennoch sind Betroffene von sexualisierter Gewalt immer noch damit konfrontiert, dass ihnen erstmal nicht geglaubt wird und dass die Schuld an der Gewalt auf die Betroffene abgewälzt wird – der Täter wird entlastet und geschützt. Damit muss endlich Schluss sein! Wir sagen: Betroffene schützen, statt Täter stützen!

Spruch: Nur deine eigene Grenze zählt

Grenzen setzen bedeutet Empowerment. Wenn jemand deine Grenze, sei es verbal oder körperlich oder online, überschreitet, dann ist das nicht okay. Nur du alleine weißt, was sich für dich richtig anfühlt und nur weil jemand andere Grenzen hat als du, bedeutet das nicht, dass du dich anpassen musst. Vertraue deiner Wahrnehmung. Setze Grenzen, wenn es möglich ist. Klar ist aber auch: Es ist nicht immer möglich, die eigenen Grenzen zu wahren und wenn jemand deine Grenzen verletzt, bist du nicht schuld daran. Das Problem ist nicht persönliches Versagen, sondern die ungleichen Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern in unserer Gesellschaft. Dem gilt es das Konzept des Konsensprinzips entgegenzustellen. Konsens ist die Zustimmung oder das Einvernehmen aller, die an einer sexuellen Handlung beteiligt sind. Es geht darum deine Grenzen und die aller Beteiligten zu kommunizieren, zu achten und zu respektieren.

Schriftzug: Sexuelle Belästigung ist kein Kavaliersdelikt, sondern Gewalt!

Jede 4. Frau in Österreich ist von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz betroffen. Nach wie vor wird diese Form der Gewalt oft verharmlost und als „Kavaliersdelikt“ oder „Flirt Versuch“ verklärt. Wir sagen: Nein! Sexuelle Belästigung verletzt
die Menschenwürde, dient zur Machtausübung und ist in der Arbeitswelt nach dem Gleichbehandlungsgesetz verboten.
Sie hat viele Formen wie körperliche Übergriffe (z.B.: Küsse, „zufällige“ Berührungen), Gesten und Blicke (z.B. Starren auf bestimmte Körperteile), Worte (Bemerkungen über das Aussehen, „Witze“, Fragen oder Nachrichten mit sexuellem Inhalt) oder Bilder (z.B. pornografische Poster, Dickpics). Wenn du davon betroffen bist, dann wende dich vertraulich an die Gleichbehandlungsanwaltschaft! https://www.gleichbehandlungsanwaltschaft.gv.at

Schriftzug: Nein ist ein ganzer Satz

BEDEUTUNG LAUT DUDEN VERNEINENDE ANTWORT AUF EINE ENTSCHEIDUNGSFRAGE; ABLEHNUNG Damit ist klar: Nein ist das korrekte Wort, um auszudrücken, etwas nicht zu wollen, etwas abzulehnen.
Nein sagen bedeutet, Ja zu sich sagen.
Nein sagen braucht keine Erklärungen.
Nein sagen muss geübt werden!
Und für Männer: Akzeptiert es, wenn man nein sagt. Nein heißt nein. Nur ja heißt ja.

Schriftzug mit Sprich: du bist nicht schuld

Sexualisierte Gewalt ist immer noch ein Tabuthema und die Aussage, jemand sei selber daran schuld, zielt darauf ab, das Thema weiterhin nicht zu besprechen und Betroffene mundtot zu machen. Hartnäckig halten sich Mythen über das Thema und machen es Betroffenen unmöglich, über Gewalt zu sprechen, die ihnen angetan wird. Mit der Wirklichkeit haben Aussagen, die Betroffenen die Schuld geben – und sei es auch nur in Andeutungen – nichts zu tun. Das nennt man Victim-Blaming und stellt einen erneuten Angriff auf die Würde der Betroffenen dar.
Wir sagen ganz klar: Verantwortlich für einen Übergriff ist einzig
und allein die Person, die Gewalt ausübt.