Maria Theresia Paradis
1759 bis 1824
Klaviervirtuosin, Sängerin, Musikpädagogin und Komponistin

Frauen in döbling
Maria Theresia Paradis (1759 bis 1824) war blinde Klaviervirtuosin, Sängerin, Musikpädagogin und Komponistin. Sie konzertierte in Paris, London, Brüssel und an deutschen Höfen. Paradis war bereits seit ihrer frühen Kindheit blind. Im Wiener Musikleben war sie äußerst prominent und mit vielen bedeutenden Vertreter:innen der Wiener Klassik bekannt. Auf einer Europatournee von 1783 bis 1786 spielte sie vor zahlreichen hochgestellten Persönlichkeiten, darunter dem französischen Königspaar Ludwig XVI und Marie-Antoinette sowie dem englischen König Georg III. und seiner Gemahlin Charlotte Valentin Haüy wurde bei einem Konzert 1784 von ihr derart fasziniert, dass er sich für die Ausbildung von Blinden einzusetzen begann.
Die Pianistin erledigte ihre Korrespondenz mit einer Blinden-Schreibmaschine, die ihr früherer Hauslehrer erfunden hatte. 1808 gründete sie in Wien ein „Institut für musikalische Erziehung“, an dem sie junge Frauen in Klavier, Gesang und Musiktheorie unterrichtete. Die Musikerin wurde auf dem Sankt Marxer Friedhof beigesetzt.