Christine Nöstlinger

1936-2018
Schriftstellerin

Christine Nöstlinger

Frauen in hernals

Glück ist was für Augenblicke

Christine Nöstlinger war eine der bedeutendsten österreichischen Kinder- und Jugendbuchautor_innen, nationale und internationale Preisträgerin, zivilgesellschaftlich engagiert, Vorsitzende von SOS Mitmensch, Kämpferin für Frauen- und Menschenrechte, Feministin, aufrechte Demokratin und kritischer Geist von Gesellschaft und Politik. Es gibt viel zu dieser großartigen Frau zu erzählen. In dieser kurzen Vorstellung möchten wir Christine Nöstlinger in erster Linie selbst zu Wort kommen lassen. 

„Es steckt natürlich in jedem Kinderbuch ein Stück meiner Kindheit.“

‚Die feuerrote Frederike‘, ‚Geschichten vom Franz‘, ‚Die Sache mit dem Gruselwusel‘ oder ‚Maikäfer flieg‘, über 140 Bücher von Christine Nöstlinger haben uns ins und durch das Erwachsenenleben begleitet. „Ich bin dafür, einem Kind so weit wie möglich die Wahrheit zu erzählen – in einer Sprache, die es begreifen kann.“ Humor und ein langes Leben: Christine Nöstlinger im Interview, Tiroler Tagesspiegel, 24.10.2016. Ihre Geschichten sind Erzählungen von Außenseiterfiguren, von Einsamkeit, Identitätssuche und Sinneskrisen. Themen wie Eheprobleme der Eltern oder auch Alkoholkonsum waren bei Christine Nöstlinger kein Tabu mehr, sie war Vorreiterin der ‚realistischen Kinder- und Jugendliteratur‘.  Zum Zweck ihrer Kinderbücher meinte die geborene Hernalserin: „Primär sollen sie die Kinder auf einem Niveau, für das weder ich noch die Kinder sich genieren müssen, unterhalten. Zweitens sollen sie ihnen ein Stück Welt erklären. Und dann tun sie anscheinend noch etwas, wie mir viele Erwachsene sagen: ‚Ihre Bücher haben mich über die Pubertät gerettet, die haben mich so getröstet.‘ Das soll mir recht sein, aber es war nie meine Absicht.“ (in: „Die Presse“, 2016)

„… es geht nicht nur um Gerechtigkeit, sondern vor allem auch um Solidarität. Mir geht es um eine Aufforderung zur Empathie und dass man sich in fremde Menschen einfühlt.“ In ihrem Buch „Glück ist was für Augenblicke“ erzählt sie ihre Lebensgeschichte. Wie ihre Eltern setzte sich auch Christine Nöstlinger Zeit ihres Lebens für eine gerechte und demokratische Gesellschaft ein. So hielt sie am 5. Mai 2015 im Historischen Sitzungssaal des Parlaments die Gedenkrede zu 70 Jahre Befreiung es Konzentrationslagers Mauthausen und warnte vor Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (https://orf.at/v2/stories/2277069/2277077/)

„Ned das I ned gean do warat“

Christine Nöstlinger starb am 28. Juni 2018 in Wien im Alter von 81 Jahren. Die Nachrufe würdigen sie weltweit. Julya Rabinovich schrieb in der ‚Zeit Online‘ am 18. Juli 2018:

„Manchmal stelle ich mir vor, dass Christine Nöstlinger doch noch da ist. Mit fliegendem, feuerrotem Haar auf einem Dachboden lebt und schreibt. Einfach weiterschreibt. Weil, wie Rosa Riedl, Schutzgespenst es gesagt hat: ,Wenn einer etwas so dringend zu erledigen hat wie ich damals, wenn einer so zornig und wütend ist, dann kann der nicht richtig sterben, weil er keine Ruhe hat.‘“

Danke Christine Nöstlinger unser aller Leben so bereichert zu haben.

Christine Nöstlinger im Wiener Stadtbild

Auf Vorschlag der Grünen Hernals wurde der Lidl-Park im 17. Bezirk 2019 zum Christine-Nöstlinger-Park. Im gleichen Jahr die Christine-Nöstlinger-Gasse im 21. Bezirk nach der Schriftstellerin benannt. Im 2. Bezirk befindet sich der Bildungscampus Christine Nöstlinger.

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