Gewaltschutz in Wiener Krankenhäusern stärken!

Viktoria Spielmann spricht im öffentlichen Raum zum Thema Gewalt gegen Frauen

Nach den schrecklichen Frauenmorden im Februar diesen Jahres hat für uns Grünen Frauen Wien Gewaltschutz und die Prävention von Partnergewalt oberste Priorität. Wir müssen alles Erdenkliche tun, um diese Gewalt und Femizide zu verhindern. In diesem Zusammenhang legen wir den politischen Schwerpunkt auf die wichtige Arbeit der Opferschutzgruppen in Krankenhäusern und auf weitere Maßnahmen in dem Bereich zur Verbesserung der Situation. 

Laut der EU weiten FRA Studie von 2014 suchen 27% der Österreicherinnen in den gravierendsten Fällen von Beziehungsgewalt Hilfe im Krankenhaus oder bei der Hausärztin/beim Hausarzt. 84% wünschen sich, dass die Ärztin/der Arzt im Patientinnen-Gespräch aktiv nach Gewalterfahrungen fragt. Diese Ergebnisse zeigen, dass Mitarbeiter:innen in Krankenhäuser oft die ersten Personen sind, die Anzeichen von Gewalt erkennen können und die von Betroffenen auf Gewalterfahrung angesprochen werden. Deswegen gibt es seit 2009 in allen Wiener Spitälern Opferschutzgruppen zur Früherkennung von sexualisierter, körperlicher und psychischer Gewalt an Frauen. Die Opferschutzgruppen sollen zudem alle Berufsgruppen in Bezug auf Gewalt sensibilisieren. Um die Arbeit der Opferschutzgruppen zu unterstützen, setzen wir uns für folgende Maßnahmen ein: 

Genau hier setzt das Gewaltschutzprojekt „Ich muss zu Dr. Viola“, das seit 2021 erfolgreich an den Tiroler Klinken angewendet wird, an: Mit dem Notruf Satz können sich Betroffene niederschwellig an das Krankenhauspersonal wenden. Alle Mitarbeiter:innen sind über den Notruf informiert und leiten alle notwendigen Schritte in die Wege, um Betroffenen zu helfen und sie vor allen in Sicherheit zu bringen, sollte der Gewalttäter auch anwesend sein. Wir brauchen „Ich muss zu Dr. Viola“ auch in Wien!

Der letzte Opferschutz Bericht über die Arbeit der Opferschutzgruppen ist von 2018, also 6 Jahre alt. Wir finden, dass es höchste Zeit ist mit einem neuen Bericht aktuelle Zahlen zum Gewaltschutz an den Wiener Krankenhäusern zu bekommen und die Arbeit der Opferschutzgruppen zu beleuchten, um zu erfahren, was es laut den Expert:innen für Verbesserungen braucht. Wir fordern eine Neuauflage des Berichts.

Die vom Bund geplante und finanzierte Gewaltambulanz soll bald in Wien umgesetzt werden. Gewaltambulanzen sind deshalb so wichtig, weil dadurch wichtige forensische Beweise bei sexualisierter und körperlicher Gewalt für Gerichtsverfahren gesichert werden können. Das soll u.a. die Verurteilungsrate von (versuchten) Vergewaltigungen steigern. 

Die Gewaltschutz Arbeit in den Wiener Krankenhäusern ist unerlässlich. Stärken wir sie. Zusammen.