Therese Schlesinger-Eckstein

1863-1940
Frauenrechtlerin und Politikerin

Illustration Therese Schlesinger-Eckstein

Frauen in Margareten

Therese Schlesinger-Eckstein war eine Frauenrechtlerin und Politikerin. Sie gilt als Vorkämpferin für das Frauenwahlrecht und den Mutterschutz. Therese Schlesinger-Eckstein wurde in Gaudenzdorf (Margareten) geboren und wuchs dort in einer liberalen jüdischen Familie auf.  Ihre Mutter übernahm nach dem Tod des Vaters die Leitung der Pergamentfabrik im 5. Bezirk, in der sich eine der ersten Schulküchen Wiens befand. Sie und ihre 5 Schwestern wechselten sich beim Küchendienst ab, wodurch sie einen Einblick in die sozialen Missstände bekam. 1888 heiratete sie den Bankbeamten Viktor Schlesinger, bei der Geburt der Tochter infizierte sie sich mit Kindbettfieber, was zu einer lebenslangen Behinderung führte. Ihr Mann starb 1891, die Tochter nahm sich 1920 das Leben. 1894 trat sie dem Allgemeinen Österr. Frauenverein bei. Nach einem inneren Kampf zwischen bürgerlicher Frauenbewegung und der Sache der Arbeiterinnen, wurde sie 1897 Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und setzte sich hier weiterhin für Frauenrechte ein. Während des Ersten Weltkriegs war sie eine der führenden Persönlichkeiten des „linken Flügels“ um Friedrich Adler und später um Otto Bauer. Therese Schlesinger wurde als eine der ersten Frauen am 4. März 1919 im österreichischen Parlament für die Konstituierende Nationalversammlung angelobt. 1919-1923 war sie Mitglied des Nationalrats, danach bis 1930 Mitglied des Bundesrates. 1933 zog sie sich aus der Parteiführung zurück, bevor 1934 die SDAP illegal wurde. 1938 floh sie nach Frankreich wo sie 1940 verstarb.